Können Mindestlöhne vor prekären Arbeitsverhältnissen schützen, insbesondere in Branchen, die keine umfassenden GAV kennen? Diese Frage stellt sich insbesondere bei atypischen Arbeitsverhältnissen wie Arbeit auf Abruf, temporäre Beschäftigung, Plattformarbeit und befristete Arbeitsverträge.
Auch die volkswirtschaftliche Bedeutung von Mindestlöhnen ist umstritten. Führen Mindestlöhne dazu, dass wenig qualifizierte Arbeitslose keinen Zugang zu Stellen finden? Oder wird damit die Kaufkraft von Haushalten und die Konsumnachfrage gestärkt? Entscheidend ist die Höhe der Mindestlöhne, wie verschiedene Studien aus unterschiedlichen Ländern zeigen.
Sollen Mindestlöhne existenzsichernd sein? Und wenn ja, für wen? Diese Frage verweist auf den Haushaltstyp und die Grösse des Haushaltes, in denen Mindestlöhne verdient werden. Für viele Haushalte reichen Mindestlöhne nicht zum sozialen Existenzminimum. So ist es nicht möglich, damit Kinder mitzufinanzieren. Das öffnet den Blick auf die Familienpolitik in der Schweiz. Angesprochen sind Instrumente der sozialen Existenzsicherung der Erwerbsbevölkerung.
Freuen Sie sich auf Beiträge von
Michael Siegenthaler, Leiter des Forschungsbereiches «Schweizer Arbeitsmarkt» am KOF Swiss Economic Institute der ETH Zürich
Alessandro Pelizzari, Marlene Carvalhosa Barbosa, Haute école de travail social Lausanne (HETSL)
David Gallusser, Zentralsekretär beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund SGB
Edith Siegenthaler, Geschäftsleiterin & Leiterin Sozialpolitik bei Travail.Suisse
Dieter Kläy, Stellvertretender Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbands SGV
Aline Masé, Leiterin des Bereichs Grundlagen und Politik sowie Leiterin der Fachstelle Sozialpolitik bei Caritas Schweiz
Kurt Pärli, Professor für Soziales Privatrecht an der Universität Basel
Pascal Coullery, Dozent für Sozialrecht am Departement Soziale Arbeit der Berner Fachhochschule
und anderen
Sowie ein Podium mit
Kathrin Bertschy, Co-Präsidentin von alliance F und Nationalrätin
Claudia Hänzi, Leiterin des Sozialamts der Stadt Bern und Co-Vizepräsidentin der SKOS
Gabriela Medici, Zentralsekretärin beim Schweizerischen Gewerkschaftsbunds SGB, Mitglied der Eidgenössischen Koordinationskommission für Arbeitssicherheit
Émilie Moeschler, conseillère municipale, Direction des sports et de la cohésion sociale, Lausanne
Barbara Zimmermann-Gerster, Mitglied der Geschäftsleitung beim Schweizerischen Arbeitgeberverband, SAV
Datum und Zeit: Mittwoch, 26. Mai 2027, 09:00 – 16:45 Uhr
Ort: Kirchgemeindehaus Johannes, Wylerstrasse 5, 3014 Bern
Teilnahmegebühren: SVSP-Mitglieder 210 CHF, Nichtmitglieder 280 CHF, Studierende 80 CHF
Datum und Zeit: Mittwoch, 11. November 2026, ab 17.30 Uhr
Ort: Raiffeisen Forum, Schauplatzgasse 11, 3011 Bern
100 Jahre Engagement für eine fortschrittliche Sozialpolitik in der Schweiz liegen hinter der SVSP. Dies ist Anlass zu feiern. In Anbetracht der sozialpolitischen Herausforderungen der Gegenwart aber auch Aufforderung, weiter zu forschen, zu diskutieren, zu vernetzen und den sozialpolitischen Diskurs mitzugestalten.
Wir feiern mit Beiträgen von
Doris Bianchi, Direktorin des Bundesamtes für Sozialversicherungen
Ursina Anderegg, Direktorin für Bildung, Soziales und Sport der Stadt Bern
Carlo Knöpfel, pensionierter Professor für Sozialpolitik und Soziale Arbeit an der Fachhochschule Nordwestschweiz
Jean-Pierre Tabin, Honorarprofessor für Sozialpolitik und Soziale Arbeit an der Haute école de travail social et de la santé Lausanne
sowie einem Podium mit den Erinnerungen ehemaliger Präsidenten und Vorstandsmitglieder der SVSP:
Moderation: Valerie Hugentobler, Professorin an der HETSL und Fabian Saner, Leiter der Fachstelle Bildung bei Caritas Schweiz
Stosst mit uns auf die nächsten 100 Jahre einer engagierten SVSP an!
Die diesjährige Jahrestagung der SVSP an der Berner Fachhochschule (BFH) widmete sich einem hochaktuellen Thema der Sozialpolitik: Was bedeutet es, wenn die Betreuung und Pflegearbeit direkt an die betroffenen Personen vergütet werden & welche Folgen hat das für Care-Arbeit, Geschlechtergerechtigkeit und den Arbeitsmarkt?
Von Akteur:innen aus Fachorganisationen, Politik, Interessenverbänden, Forschung und Lehre wurden wichtige Aspekte in mehreren Politikbereichen auf differenzierte Weise thematisiert und diskutiert. Eine nicht abschliessende Auswahl sozialpolitisch zu fokussierender Punkte im Rückblick:
• Klare, bedarfsgerechte und auf verschiedenen Ebenen garantierte, einheitliche Rahmenbedingungen
• Notwendige Debatte über das Grundverständnis von Arbeit und ihre Organisation und Verteilung in der Gesellschaft
• Bedarf an erweiterten Datengrundlagen für die Weiterentwicklung und Evaluation von Umsetzungen und politische Entscheidungen
• Sorgfalt bei der instrumentellen Umsetzung angesichts der Nebeneffekte von Massnahmen, insbesondere für schutzbedürftige Personen
• Anerkennung der Bedürfnisse von betreuungs- und pflegebedürftigen Menschen und der sie betreuenden Personen (Familienangehörige, Freund:innen, Care-Migrant:innen), die Entlastung und professionelle Unterstützung benötigen
• Nutzung der Gelegenheit für eine proaktive Reflexion über die verschiedenen Säulen der sozialen Sicherheit
Die Auseinandersetzung mit der Frage «Cash-for-Care?» wird die sozialpolitisch involvierten und betroffenen Menschen, Akteur:innengruppen und Organisationen auch in Zukunft herausfordern. Wir freuen uns, dass mit der Jahrestagung ein inhaltlicher Beitrag zu dieser Auseinandersetzung gelungen ist.
Ein grosses Dankeschön an alle, die zum Gelingen dieser Tagung «Cash-for-Care?» beigetragen haben und die Auseinandersetzung mit Beiträgen, Anregungen und Fragen bereichert haben.



